„Wer bin ich noch, wenn mir durch eine Krankheit alles genommen wird – meine Rolle als Partner, Vater, Sohn, Mitarbeiter, Freund? Wenn ich keine Kraft mehr habe, nichts mehr leisten und nichts mehr geben kann? Was bleibt über, wenn alles andere wegfällt?“
Das ist eine Frage, die die Essenz des Lebens berührt.
Was Du gerade durchlebst ist einer der entscheiden Momente, die ein Mensch durchleben kann – der Moment, in dem alle äußeren Definitionen wegbrechen und Du auf Dich selbst zurückgeworfen bist.
Aber es kann auch eine Einladung sein, etwas zu entdecken, das immer schon da war: Deine Seele.
Was übrig bleibt, wenn alle Rollen wegfallen.
Der Schauspieler James van der Beek hat kurz vor seinem Tod im Jahr 2025 ein Video auf Youtube geteilt, das mich tief bewegt hat.
Er beschrieb, wie er sich jahrelang über seine Rollen definiert hatte. Und dann kam die Krankheit, die ihm alles davon nahm.
Das Zitat von James van der Beek.
„It has been the hardest year of my life and I wanted to share something that I learned with y’all.
Um, when I was younger, I used to define myself as an actor, right? Which was never really all that fulfilling. And then I became a husband and that was much better. And then I became a father and that was the ultimate. I could define myself then as a loving, capable, strong, supportive husband, father, provider, steward of the land that we’re so lucky to live on.
And for a long time, that felt like a really good definition to the question, who am I? What am I?
And then this year, I had to look my own mortality in the eye. I had to come nose to nose with death. And all of those definitions that I cared so deeply about were stripped from me.
I was away for treatment. So I could no longer be a husband that was helpful to my wife. I could no longer be a father who could pick up his kids and put them to bed and be there for them. I could not be a provider because I wasn’t working. I couldn’t even be a steward of the land because at times I was too weak to prune all the trees during the window that you’re supposed to prune them.
And so I was faced with the question if I am just a too skinny weak guy alone in an apartment with cancer. What am I? And I meditated and the answer came through. I am worthy of God’s love simply because I exist. And if I’m worthy of God’s love, shouldn’t I also be worthy of my own?
The same is true for you. And as I move through this healing portal toward recovery, I wanted to share that with you because I think that revelation that came to me was due in no small part to all the prayers and the love that had been directed toward me.
So I offer that to you. However it sits in your consciousness, however it resonates, run with it. And if the word God trips you up, um I certainly don’t know. I can’t claim to know what God is or explain God.
Uh my efforts to connect to God are an ongoing process that is a constant unfolding mystery to me. But if it’s a trigger, it feels too religious. You can take the word God out and your mantra can simply be I AM WORTY OF LOVE because you are.
Thank you for the love and prayers everyone. Have a blessed day.“
Ich lese diese Worte immer wieder.
Weil sie mir helfen mit dem in Kontakt zu kommen, was in mir lebt – jenseits von Rollen, Leistung und Tun.
Sie erinnern mich daran, dass ich jemand bin, der wertvoll ist und Liebe verdient hat, weil Gott mich geschaffen hat.
Egal ob ich etwas leiste, etwas kann oder etwas für andere tue.
Ich bin geliebt, so wie ich bin. Einfach deshalb, weil ich bin.
Was die Kabbalah dazu sagt.
In der Kabbalah gibt es einen Grundsatz, der genau das beschreibt:
Die Seele – das, was wir wirklich sind – ist ein Funke des Göttlichen Lichts. Dieser Funke lebt in uns. Wir können uns dieses göttliche Licht nicht verdienen. Es wurde uns gegeben. Und: es ist unveränderlich.
Was sich verändert, was schwächer oder stärker wird, was wächst oder wegbricht – das sind die äußeren Erscheinungen. Die Hüllen, die Rollen, die Fähigkeiten, die Leistungen. Sie gehören zu diesem Leben, aber sie definieren nicht unsere Essenz.
Die Kabbalah nennt das den Unterschied zwischen dem, was wir empfangen haben – unserem inneren LIcht – und dem, was wir nach außen tragen. In Momenten wie dem, den Du gerade durchlebst, fällt das Äußere weg.
Und genau das macht den Blick auf das Innere frei.
Fragen zum Innehalten und Nachspüren.
Diese Fragen laden Dich ein, nach innen zu lauschen. Du musst sie nicht beantworten – spüre einfach nach, was sie in Dir bewegen.
- Womit hast Du Dich bisher am stärksten identifiziert – und wie fühlt es sich an, das loszulassen – auch nur für einen Moment?
- Was ist in Dir lebendig – jenseits von Rollen, Leistung und Tun? Kannst Du das, was bleibt in Dir spüren?
- Was würde sich verändern, wenn Du mit Dir selbst genauso liebevoll wärst, wie mit einem Menschen, dem Du sehr nahe bist?
Ein Moment für Dich.
Lege eine Hand auf Dein Herz. Atme ruhig ein und aus.
Sage Dir – leise oder innerlich: „Ich bin würdig, geliebt zu werden. Weil es mich gibt.“
Wiederhole es. Nicht, um Dir etwas einzureden.
Sondern um dem etwas Raum zu geben, das schon in Dir weiß, dass es wahr ist.
Dein nächster Schritt.
Du bist in Deiner momentanen Situation nicht alleine.
Und Du bist geliebt, so wie Du bist. Einfach deshalb, weil es Dich gibt.
Du musst nichts beweisen und oft ist der erste Schritt oft einfach der innezuhalten – und Dich selbst mit Mitgefühl anzuschauen.
Wenn Du Dir in dieser Phase jemanden an Deiner Seite wünscht – melde Dich.
Ich begleite Dich gerne auf Deinem Weg.