„Eine Freundin hat mir erzählt, dass sie vor Kurzem eine Familienaufstellung gemacht hat, und dass das ihr so viel Klarheit und Erleichterung gebracht hat. Ich habe aber auch schon komische Geschichten über Aufstellungsarbeit gehört. Kannst Du da bitte ein wenig Licht in die Sache bringen und mir sagen, wie so eine Aufstellung funktioniert, und wobei sie wirklich hilft?“
Die Systemische Aufstellungsarbeit ist tatsächlich eine außerordentlich kraftvolle Methode, die vieles bewirken kann.
Und es gibt gute Gründe, warum manche Menschen skeptisch sind.
Diese beiden Dimensionen der Aufstellungsarbeit verdienen eine ausführliche und ehrliche Antwort.
Was bei einer Aufstellung passiert.
Eine Systemische Aufstellung macht sichtbar, was normalerweise unsichtbar bleibt. Dynamiken in Deiner Familie, in Deinen Beziehungen, in Deinem Beruf – Muster, die schon lange wirken, lange bevor Du sie bewusst wahrgenommen hast. Vielleicht sogar Muster, die Du von Deiner Herkunftsfamilie oder Deinen Ahnen übernommen hast, ohne es zu wissen.
Das Prinzip ist einfach: Die Mitglieder eines Systems – Du und Deine Familie, Dein Partner, Deine KollegInnen – werden in einem begrenzten Feld im Raum aufgestellt und so die Beziehungen zueinander sichtbar gemacht. Dies geschieht mit Hilfe von Figuren oder Personen, die als Stellvertreter für die Mitglieder des Systems fungieren. Diese Stellvertreter spüren erstaunlich gut, was die Personen die sie vertreten, tatsächlich fühlen oder brauchen. Das ist der Teil der manchmal befremdlich klingt – und sich dadurch erklären lässt, dass wir alle durch unsichtbare Informationsfelder miteinander verbunden sind.
Was dann geschieht, ist ein lebendiger Prozess. Die Stellvertreter teilen ihre Wahrnehmungen mit – was sie fühlen, wohin sie schauen möchten, wen sie suchen oder meiden. Ich beobachte, stelle Fragen und begleite das System behutsam. Schrittweise werden Positionen verändert – manchmal ein kleiner Schritt zur Seite, manchmal eine vollständige Neuausrichtung. Es werden Lösungssätze ausgesprochen – kurze, kraftvolle Sätze die das Ungesagte benennen und dem System erlauben, sich neu zu ordnen. Sätze wie „Ich sehe Dich“, „Du gehörst dazu“ oder „Ich lasse los, was nicht meins ist“ können etwas lösen, das jahrelang festgesessen hat.
Das Ziel der Aufstellung ist ein Bild, in dem sich alle Mitglieder des Systems gesehen, verbunden und an ihrem richtigen Platz fühlen.
Welche Themen sich für eine Aufstellung eignen.
Systemische Aufstellungsarbeit eignet sich für nahezu jedes Anliegen, bei dem Du Klarheit suchst. Konflikte in der Partnerschaft oder Familie. Schwierige Entscheidungen. Berufliche Sackgassen. Unbewusste Muster, die sich immer wiederholen. Trauer und Verlust. Auch innere Konflikte – wenn Du mit zwei sich widerstreitenden inneren Stimmen konfrontiert bist und keine Entscheidung sich richtig anfühlt – lassen sich aufstellen.
Ein besonders wertvoller Aspekt: Du musst Dein Thema nicht vollständig in Worte fassen können. Manchmal reicht ein Bild, ein Gefühl, eine Situation, die sich nicht erklären lässt. Da die Aufstellung intuitiv ist, können wir auch gut mit diesen Eindrücken arbeiten – es findet sich trotzdem eine Lösung.
Woher die Methode kommt – und warum sie manchmal umstritten ist.
Die Wurzeln der Systemischen Aufstellungsarbeit liegen bei der Familientherapeutin Virginia Satir, die in den 1960er Jahren mit der Familienskulptur als Methode arbeitete. Bert Hellinger hat diese Intervention später zum Familienstellen weiterentwickelt und bekannt gemacht. Weiterentwicklungen wie die Systemische Strukturaufstellung von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer haben die Methode vertieft und auf abstrakte Fragestellungen erweitert.
Berg Hellinger geriet gegen Ende seines Lebens jedoch in stark in die Kritik, weil er in öffentlichen Aufstellungen ethische Grundsätze missachtete und KlientInnen nicht ausreichend begleitet haben soll. Dazu kommt, dass die Aufstellungsarbeit in Österreich keiner einheitlichen gewerblichen Regelung unterliegt – das bedeutet, dass auch, dass Personen ohne fundierten Ausbildungshintergrund Familienaufstellungen leiten können. Das ist der Grund, warum manche Menschen komische Geschichten erlebt haben. Diese Geschichten sind nicht erfunden.
In meiner umfassenden Ausbildung zur Systemischen Familienaufstellerin und langjährigen Praxis habe ich gelernt, dass Hellingers frühe Grundlagen sehr wertvoll sind. Sie werden von vielen Aufstellungsleiterinnen und -leitern sorgfältig und respektvoll angewandt und bringen oft sehr rasch große Erleichterung in schwierige Familiendynamiken und Verstrickungen.
Was Du in einer Sitzung mit mir erwarten kannst.
In der Einzelarbeit verwende ich gerne das Systembrett oder Bodenanker. Das Systembrett ist ein kleinformatiges Brett aus Holz mit verschiedenen Figuren, die für die Mitglieder Deines Systems stehen. Bodenanker sind Markierungen, die auf dem Boden platziert werden – Du kannst dann selbst in die Position der einzelnen Personen treten und von dort aus wahrnehmen, was sich verändert. Beide dieser Formen sind zwar vom Erleben stark unterschiedlich aber genau so wirkungsvoll wie die Gruppenaufstellung.
Ich begleite Dich durch den gesamten Prozess – vor der Aufstellung, während und danach. Denn in einer Aufstellung kommen viele verschiedene Aspekte und Themen in Bewegung. Und das braucht manches Mal Zeit. Die Reflexion und Integration all dessen ist genau so wichtig wie die Aufstellung selbst.
Dein nächster Schritt.
Systemische Aufstellungsarbeit ist eine seriöse Methode, wenn der Aufsteller ethisch und moralisch korrekt arbeitet.
Sie kann oft erstaunlich rasch dazu führen, verborgene Zusammenhänge zu klären und auch komplizierte Verstrickungen zu lösen.
Wenn Du neugierig geworden bist und mehr erfahren möchtest, melde Dich gerne bei mir.