„Letztes Jahr sind in meinem Leben mehrere Umbrüche passiert und seit dem ist mein altes Muster – mich mit Essen zu beruhigen – wieder so präsent. Dabei dachte ich ich hätte es schon lange überwunden. Woran kann das liegen und was kann ich tun, damit das jetzt wirklich mal heilt und ich mich so liebevoll mir selbst gegenüber verhalte, wie ich das eigentlich machen will?“
Zuerst möchte ich Dir etwas sagen, bevor wir in die Tiefe gehen und irgendetwas analysieren:
Dein Muster ist nicht zurückgekommen, weil Du etwas falsch gemacht hast oder daran gescheitert bist, es zu heilen. Es ist zurückgekommen, weil Du gerade sehr viel trägst.
Und dass Du das überhaupt bemerkst – das Du siehst, was Du tust, warum Du es tust, und dass Du Dir etwas anderes wünscht – das ist etwas wirklich Großes.
So viele Menschen leben jahrzehntelang in solchen Muster ohne sie je wirklich zu sehen. Du siehst es. Und das ist schon der erste Schritt Deiner Heilung.
Warum alte Muster in Krisenzeiten zurückkehren.
Ein Muster, das Du „überwunden“ hast, verschwindet nicht einfach – sondern es schläft. Und das tut es, solange Du genügend innere Ressourcen hast, um anders zu reagieren.
Aber wenn das Leben Dich gleichzeitig von mehreren Seiten fordert, greift Dein Nervensystem auf das zurück, was es am längsten kennt. Das Essen war irgendwann sehr früh in Deinem Leben eine Lösung. Es hat funktioniert – damals. Und Dein Körper hat es nicht vergessen.
In der Seelenarbeit würden wir sagen: Das Muster zeigt Dir, wo Du Dich noch nicht wirklich aufgefangen hast. Wo Du noch nicht genügend Raum für Dich selbst hältst. Nicht als Vorwurf, sondern als Hinweis.
Die Frage ist nicht „Warum tue ich das schon wieder“ sondern „was brauche ich gerade, das ich mir noch nicht gebe?„
Fragen, die Dich weiterführen.
Nimm Dir einen Moment – am besten wenn es ganz ruhig ist um Dich – und lasse diese Fragen auf Dich wirken:
- In welchem Moment greifst Du zum Essen? Was war kurz davor – ein Gefühl, ein Gedanke, eine Situation?
- Wenn das Essen eine Stimme hätte und Dir sagen könnte was es wirklich von Dir will – was würde es Dir sagen?
- Wie würdest Du mit einer guten Freundin sprechen die Dir erzählt was Du mir gerade erzählt hast? Kannst Du Dir selbst gegenüber genauso sein?
Ein kleines Ritual für diese Zeit.
Wenn Du das nächste Mal merkst, dass der Impuls kommt – halte inne.
Und bevor Du handelst – leg eine Hand auf Dein Herz. Nur das. Keine Aufgabe, keine Analyse, kein „ich darf das nicht.“
Nur eine Hand auf Dein Herz und drei langsame Atemzüge.
Dann frag Dich still: Was brauche ich gerade wirklich?
Du musst die Antwort nicht sofort wissen. Die Frage alleine unterbricht den Autopiloten. Und in dieser Pause – so klein sie auch ist – liegt der Anfang von echter Veränderung.
Dein nächster Schritt.
Das sich dieses Muster wieder zeigt ist kein Rückfall und auch kein Versagen.
Es ist ein Hinweis darauf, dass Du gerade mehr trägst, als Dein System alleine halten kann. Und dass ein Teil in Dir darauf wartet, wirklich aufgefangen zu werden.
Du musst das nicht alleine sortieren.
Wenn Du Dir jemanden wünscht, der mit Dir gemeinsam hinschaut was unter dem Musterliegt und was Du jetzt wirklich brauchst, melde Dich gerne bei mir.