„Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit den sieben Huna Prinzipien. Aber es ist gar nicht so einfach, sie in mein Leben zu integrieren. Ich falle immer wieder in alte Muster und mein negatives Denken zurück. Oder in meinen Glauben, dass ich es ja doch nicht schaffe, meine Träume zu leben – wozu also überhaupt damit anfangen? Woran liegt das und wie bekomme ich das in den Griff?“
Was Du hier beschreibst ist keine Schwäche und auch keine Unfähigkeit.
Es ist das ehrlichste Zeichen dafür, dass Du wirklich auf dem Weg bist – denn wer sich nicht auf den Weg macht, spürt diesen Widerstand gar nicht.
Weil Du bereits begonnen hast, Dich zu verändern, begegnet Dir das, was Deine Veränderung blockiert nun bewusst. Und es hat einen Namen.
Das Ego – der unsichtbare Wächter Deiner alten Welt.
Im HUNA wird das, was wir im Westen als Ego kennen, KU genannt – der Körpergeist, der unterbewusste Teil in uns. Das KU ist nicht böse. Es ist nicht Dein Feind. Es ist ein außerordentlich treuer Wächter Deiner Vergangenheit.
KU speichert alles. Jede Erfahrung, die Du je gemacht hast. Jeden Schmerz, jede Enttäuschung, jeden Moment, in dem Du gelernt hast: So ist die Welt. So bin ich. So läuft das. Dein KU arbeitet blitzschnell, unbemerkt von Deinem bewussten Verstand, und mit einem einzigen Ziel: Sicherheit durch Wiederholung. Was bekannt ist, ist sicher. Was neu ist, ist gefährlich.
Wenn Du also versuchst, ein neues Muster zu leben – mehr Vertrauen, mehr Selbstliebe, mehr Fülle – dann meldet sich Dein KU und sagt: Warte. Das kenne ich nicht. Das passt nicht zu dem, was ich über Dich gespeichert habe. Und schon sorgt Dein KU dafür, dass Du genau dort bleibst, wo Du bist.
LONO – Der Denker, der glaubt, er hat die Kontrolle.
Während KU in Deinem Unterbewusstsein arbeitet, steht LONO – Dein bewusster Geist – in Deinem Alltag im Vordergrund. LONO ist Dein rationales Denken, dein innerer Kommentator, Dein innerer Dialog. Dieser bewusste Geist liest Bücher über Huna. Er versteht die sieben Prinzipien. Er nickt beim Lesen dieses Artikels und sagt: Ja, das stimmt. Das sehe ich genau so.
Aber LONO alleine kann Dein KU nicht umprogrammieren. Erkenntnis alleine verändert nichts. Wie oft hast Du etwas verstanden – wirklich verstanden – und Dich trotzdem wieder genauso verhalten wie zuvor? Das ist nicht Deine Schuld. Das ist schlicht und einfach die Grenze von LONO. Es kann denken. Es kann verstehen, aber es kann nicht verändern.
Denn ohne KU, ohne Dein Körperbewusstsein, kommt Deine Erkenntnis nicht im Körper, in Deinem Handeln, in Deinem Alltag an. Die eigentliche Transformation muss also auf der körperlichen Ebene geschehen. Und dazu braucht es mehr als Wissen.
KANE – Die Verbindung zur höheren Kraft.
Im HUNA gibt es noch eine dritte Ebene: Dein KANE – das höhere Selbst, Deine Verbindung zum Göttlichen, zur Quelle. KANE ist das, was in Dir weiß, wer Du wirklich bist – jenseits aller Prägungen, jenseits aller Verletzungen, jenseits aller Geschichten, die Dein KU über Dich gespeichert hat.
KANE kommuniziert durch Stille. Durch Intuition. Dur jenes leise innere Wissen, das manchmal auftaucht, wenn Du aufhörst zu kämpfen.
Dein Ego – KU in seiner reaktiven Form – trennt Dich von KANE. Es baut ein Glaubensgerüst aus alten Erfahrungen, das sich zwischen Dich und Deinen eigene Größe schiebt. Dieses Gerüst sagt Dinge wie: Du schaffst das nicht. Das ist nichts für Dich. Wer bist Du, um das zu wollen?
Und weil diese Stimme so vertäut klingt, glaubst Du ihr – und so wird sie zu Deiner inneren Wahrheit.
Es ist aber nicht Deine Wahrheit. Sondern nur eine Erinnerung.
Deine Glaubenssätze – Wie das Ego seine Welt erschafft.
Stelle Dir vor, Du baust ein Haus. Jede Erfahrung, die Du machst, ist ein Stein. Jede Botschaft, die Du bekommst – von Eltern, Lehrern, Freunden, der Gesellschaft – ist der Mörtel, der diese Steine zusammenhält. Mit der Zeit steht ein ganzes Gebäude vor dir. Stabil. Vertraut. Sicher.
Das Problem daran ist: Dieses Haus hast Du als Kind gebaut. Mit den Mitteln, die Du damals hattest. Mit den Schlussfolgerungen, die ein Kind ziehen konnte. Und viele dieser Schlussfolgerungen waren falsch – nicht weil Du falsch warst, sondern weil Du damals keine anderen Werkzeuge hattest und die größeren Zusammenhänge noch nicht erkennen konntest. Denn kaum jemand von uns ist in dem Bewusstsein aufgewachsen, eine wunderbare Seele zu sein und über unbegrenztes Potenzial zu verfügen – ein Geschenk für die Welt.
Und hier kannst Du das fünfte Prinzip des HUNA wunderbar anwenden. PONO – Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit – fragt Dich genau hier: Stimmt das noch? Dient Dir dieses Glaubensgerüst noch? Oder lebst Du in einem Haus, das Dich einengt, weil Du vergessen hast, dass Du es selbst gebaut hast – und es also auch selbst umbauen kannst?
Transformation beginnt nicht im Kopf.
Hier ist die entscheidende Erkenntnis, die viele auf dem spirituellen Weg übersehen: Du kannst Dein Ego nicht wegdenken. Du kannst es nicht mit Willenskraft überwältigen. Du kannst es nicht ignorieren oder überschreiben, indem Du Dir hundert Mal am Tags sagst, dass Du es anders machen willst.
Dein KU – Dein Unterbewusstsein – spricht eine andere Sprache. Es spricht die Sprache des Körpers. Der Empfindungen. Der Bilder. Der Gefühle. Es reagiert auf Atem, auf Bewegung, auf Rituale, auf Wiederholung – nicht auf Argumente.
Das ist der Grund, warum schamanische Heilarbeit so kraftvoll ist. Sie berührt jene Ebene, wo die Prägungen wirklich sitzen: im Körper, im Nervensystem, die tiefen Schichten Deines KU. Um Deinem Körperbewusstsein zu zeigen, dass es sicher ist, loszulassen. Dass das Neue nicht gefährlich ist. Dass Du heute nicht mehr das Kind bist, das damals keine Wahl hatte.
Deine Energie kann erst dann wirklich Deiner Aufmerksamkeit folgen, wenn Dein KU und dein LONO zusammenarbeiten. Wenn Dein Unterbewusstsein und Dein Bewusstsein in die selbe Richtung schauen und gehen. Dann lösen sich Deine inneren Widersprüche und Deine kostbare Energie geht nicht mehr durch innere Konflikte verloren. Dann fließt die Energie.
Fragen, die in die Tiefe gehen.
Der erste Schritt ist stets die Ehrlichkeit mit Dir selbst. Schau auf Dein Leben – mit dem ruhigen Blick von IKE: Die Welt ist, wofür Du sie hältst. Was glaubst Du über Dich selbst? Über Geld, über Liebe, über Erfolg, und Deinen eigenen Wert?
Hier geht es nicht um das, was Du gerne über Dich glauben möchtest. Sondern das, was Du tatsächlich glaubst. Denn diese Überzeugungen sind die heimlichen Architekten Deines Lebens. Sie sorgen nach dem Resonanzprinzip dafür wie sich Dein Leben gestaltet.
Benenne sie. Schreib sie auf. Nicht um Dich damit zu identifizieren, sondern um sie aus dem Dunkeln ins Licht zu bringen. Denn das, was Du sehen kannst, kannst Du auch verändern. KALA – es gibt keine Grenzen – gilt auch hier. Die Grenzen, die Dich zurückhalten, sind keine Naturgesetze. Sie sind gespeicherte Erfahrungen. Und gespeicherte Erfahrungen können durch neue ersetzt werden.
Dein nächster Schritt.
Dein Ego zu verstehen ist der erste Schritt. Aber Verstehen alleine heilt nicht. Die eigentliche Arbeit beginnt dort, wo Dein Verstand endet und Dein Körper anfängt zu sprechen.
In der traditionellen schamanischen Heilarbeit steht deshalb der Körper im Mittelpunkt. Weil nur dort alte Muster aus dem Körper gelöst werden können. Im nächsten Artikel sehen wir uns das genauer an: Wie Du lernst, Deinem KU eine neue Wahrheit beizubringen – nicht durch Überzeugung, sondern durch Erfahrung. Und warum diese Arbeit der direkteste Weg ist, Dein KANE in Dir wieder spürbar zu machen.
Wenn Dich dieser Artikel berührt hat und Du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, melde Dich.
Ich begleite Dich gerne.