„Ich trage ganz tiefe Verletzungen in mir und finde keinen Frieden damit. Es fällt mir so schwer zu verzeihen, weil sich das so anfühlt als würde ich dann vergessen, was geschehen ist. Ich glaube, ich kann mir selbst auch nicht vergeben, dass ich so lange zugelassen habe, so sehr verletzt zu werden. Gibt es einen Weg, der mir dabei hilft, mich von diesem Berg an negativen Gefühlen zu befreien?“
Ich danke Dir für Deine Offenheit und Deine Frage – die ich Dir gleich mit einem Ja beantworten möchte. Es gibt einen Weg, der in die Tiefe geht. Der Dich dabei unterstützt die Kraft der Vergebung für Dich zu entdecken und hinter Dir zu lassen, was Dich schon so lange belastet. Dieser Weg ist HO’OPONOPONO.
Bevor ich Dir mehr darüber erzähle, ist es mir ganz wichtig Dir klar zu vermitteln: Vergebung bedeutet nicht Vergessen. Vergebung bedeutet nicht, dass Geschehene kleinzureden oder zu rechtfertigen. Vergebung bedeutet, dass Du Dich selbst aus dem Gefängnis der Negativität und Schuld befreist – und loslässt, was Du nicht mehr ändern kannst.
Und da ist noch etwas, das ich ansprechen möchte. Du schreibst, dass Du Dir selbst schwer vergeben kannst – dafür, das Du so lange zugelassen hast, verletzt worden zu sein. Das ist ein Satz, der mich sehr berührt, denn darin steckt eine Umkehrung, die ich so oft sehe. Du machst Dich selbst für das verantwortlich, was Dir geschehen ist, was Dir jemand anderer angetan hat. Ich möchte, das Du das siehst. Und erkennst, dass genau dieser Selbstvorwurf oft der schwerste Teil des Berges ist.
Was ist HO’OPONOPONO?
HO’OPONOPONO ist ein uraltes hawaiianisches Vergebungsritual aus der HUNA-Tradition. Es wurde von Max Freedom Long in den 1920 Jahren wiederentdeckt und durch die Arbeit von Serge Kahili King und Dr. Ihaleakala Hew Len weltweit bekannt.
Der Begriff trägt seine Bedeutung in sich: HO’O bedeutet etwas zu bewirken. PONO steht für aufrecht und ausgeglichen. PONOPONO bedeutet vollständig, vollkommen. Deshalb liest man bisweilen auch, dass HO’OPONOPONO ein „Weg zur Vollkommenheit“ sei. Ein Weg zur Vollkommenheit durch Vergebung und Loslassen.
Die hawaiianische Schamanin Morrnah Simeona, die dieses wunderbare Ritual in die heutige, für jeden zugängliche Form gebracht hat, beschreibt es so:
„HO’OPONOPONO ist ein tiefgründiges Geschenk, das uns erlaubt, eine Beziehung zu unserer inneren Göttlichkeit zu leben und in jedem Moment darum zu bitten, dass unsere Irrtümer in Gedanken, Worte und Taten gereinigt werden. Im Kern geht es um Freiheit – vollständige Freiheit von der Vergangenheit.“
Die Philosophie dahinter – warum wirkt HO’OPONOPONO überhaupt?
Die alten Hawaiianier haben ein Bild, das ich sehr schön finde: Am Anfang unseres Lebens ist unsere Seelen-Schale rein und leer – sie leuchtet hell wie die Sonne. Im Laufe der Zeit sammeln sich durch schmerzhafte Erfahrungen Verunreinigungen in dieser Schale an. Wir leuchten weniger. Wir ziehen weniger an, was uns wirklich erfüllt.
Die KINO MANA Lehre besagt: Du baust mit allem, das Du denkst und fühlst – ja sogar mit allem was Du berührst und betrachtest – eine dauerhafte Verbindung durch eine feinstoffliche Substanz, die AKA-Schnüre, auf. Diese Verbindungen wirken die zweifache Antennen: Sie senden und empfangen gleichzeitig. Diese Verbindungen können nur durch eine bewusste Ablösung getrennt werden. Geschieht dies nicht, verstrickst Du Dich immer mehr in Deine Erfahrungen und Umwelten. Diese Verbindungen ziehen Deine Lebensenergie ab, blockieren den Kanal zu Deinem Höheren selbst und verfälschen den wahrhaftigen und ursprünglichen Ausdruck Deiner Seele.
Die dritte Ebene ist jene unsere Glaubensmuster. Die hawaiianischen Schamanen gehen davon aus, dass wir zutiefst beeinflusst sind von unserem Unbewussten, das sich ständig aus der Vergangenheit speist. Wir erschaffen unsere Realität selbst, indem wir ein ganz individuelles System aus Glaubenssätzen und Meinungen haben, die aus vergangenen Erfahrungen entstanden sind. Dieses System bestimmt unsere Aktionen und Reaktionen, Gedanken und Gefühle im Hier und Jetzt.
HO’OPONOPONO wirkt auf allen diesen Ebenen. Durch vier einfache Sätze, die etwas in der Tiefe bewegen – weil sie Dich und Deine Seele an das erinnern, wer Du wirklich bist. Und wenn die Resonanz in Deinem inneren geheilt ist, wird sich die Wirkung im Außen zeigen. Und du bist frei, Deine Weg ohne die Last der Vergangenheit fortzusetzen.
Radikale Selbstverantwortung.
HO’OPONOPONO wird auch als ein radikaler Weg der Selbstverantwortung beschrieben. Denn alles, was von außen auf Dich zukommt, ist ein Spiegel Deines Inneren.
Das ist der radikale Kern dieser Praxis: Du übernimmst zu hundert Prozent Verantwortung für das, was in Deiner Wahrnehmung existiert. Nicht Schuld im moralischen Sinn – sondern Verantwortung im spirituellen Sinn. Wenn etwas in Deiner Welt auftaucht, hast Du eine Resonanz dazu. Und diese Resonanz kannst Du reinigen.
Dr. Ihaleakala Hew Len heilte mit Hilfe dieser radikalen Selbstverantwortung und den vier Sätzen des HO’OPONOPONO eine gesamte geschlossene Abteilung für psychisch gestörte Kriminelle in Hawaii – ohne einen einzigen Patienten persönlich zu treffen. Er saß in seinem Büro, studierte die Krankenakten und fragte sich bei jedem einzelnen Fall: Was ist in mir, dass es so etwas in meiner Welt gibt? Und jedes Mal, wenn er die Resonanz in sich fand, sprach er die vier Sätze – zu sich selbst nicht zum Patienten.
Nach eineinhalb Jahren gab es keine Patienten mehr in Handschellen. Das Personal kam plötzlich gerne zur Arbeit. Und nach drei Jahren konnten alle Insassen entlassen werden. Schließlich wurde die Einrichtung aufgelöst und geschlossen.
HO’OPONOPONO in der Praxis – Die vier Schritte.
Du schaust auf eine Situation, ein Gefühl, ein Symptom, eine Beziehung – auf etwas, das sich in Deinem Leben immer wiederholt. Du schaust es an in dem Bewusstsein: Das, was ich hier sehe, hat etwas mit mir zu tun. Und ich öffne mich dafür es zu finden, damit ich es reinigen und heilen kann.
Dann sprichst Du diese vier Sätze. Zu Dir, zu Deinem göttlichen Selbst – zu dem Teil von Dir, der keine Geschichte hat und keine Schuld kennt:
Es tut mir leid.
Ich sehe das Leid, das hier geschehen ist. Und ich weiß, dass es, dass es nicht meinem wahren Wesen entspricht, zu leiden. Ich öffne mein Herz und bin bereit, den Teil in mir zu heilen, der dieses Leid mit erschaffen hat.
Bitte verzeihe mir.
Im Angesicht Gottes gibt es keine Schuld – nur Ursache und Wirkungen. Ich lasse den Gedanken der Schuld los und gebe mich frei. Und ich gebe alle an der Situation Beteiligten frei, damit das Licht der Liebe uns alle heilen kann.
Ich liebe Dich.
Ich erinnere mich daran, dass Liebe mein wahres Wesen ist. Alles andere ist die Illusion der Getrenntheit, die mich schmerzt. Ich entscheide mich jetzt für meine innere Wahrheit.
Danke (für das Wunder der Heilung).
Ich übergebe diese Situation und alles was zu ihre gehört dem Göttlichen. Ich lasse los. Weil ich weiß, dass es bereits geheilt ist.
Ganz besonders tief geht diese Praxis, wenn Du diese Sätze langsam und laut aussprichst. Sie funktionieren aber auch sehr gut im Stillen gesprochen, in Dienen Gedanken – mitten in Deinem Alltag oder in einem schwierigen Gespräch.
Alternativ dazu kannst Du diese vier Sätze auch so aussprechen: „In der Liebe Gottes stehend, vergebe ich mir, so dass Du frei bist. In der Liebe Gottes stehend, vergebe ich Dir, so dass ich frei bin. In der Liebe Gottes stehend, vergebe ich dieser Situation, allen Umständen und allen Beteiligten, so dass wir alle frei sind. Wir sind alle frei.“
Dein nächster Schritt.
Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit HO’OPONOPONO – nicht nur als Ritual mit meinen KlientInnen, sondern auch in meinem persönlichen Leben.
Diese vier Sätze helfen mir dabei, mich an mein wahres Wesen zu erinnern und meine Seelen-Schale immer mehr von allen Verunreinigungen zu befreien. Damit das, was durch mich wirkt, so wenig wie möglich durch alte Muster gefärbt und beeinträchtig ist.
In der Trauerbegleitung ist HO’OPONOPONO besonders wertvoll um Schuld oder unverarbeitete Verluste sanft zu lösen, sich von Selbstvorwürfen zu befreien und Frieden mit dem Verlust zu finden.
Ich lade Dich von Herzen ein, Dich auf den Weg der Selbstvergebung zu machen und diese vier Sätze in Deinen Alltag zu integrieren.
Und wenn Du dabei Begleitung möchtest, melde Dich gerne bei mir.