„Ich habe schon seit Längerem das Gefühl, dass ich mich nicht wirklich entspannen kann. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so richtig durchgeatmet habe. Sogar Meine Masseurin hat beim letzten Termin gemeint, dass meine Muskulatur einfach nicht locker lässt. Woran liegt das – und wie kann ich wieder locker lassen?“
Es kommt vor, dass Du Zeiten erlebst, in denen Du unter so großer Anspannung stehst, das Entspannung tatsächlich unmöglich scheint.
Meist ist das jedoch kein körperliches Thema, sondern Dein Körper spiegelt Dir Deinen inneren mentalen und emotionalen Zustand.
Was Dein Körper Dir sagen will.
Deine Anspannung ist kein Zufall. Sie ist eine Reaktion.
Dein Körper zieht sich zusammen, wenn er Bedrohung wahrnimmt – nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale oder mentale. Und wenn dieser Zustand anhält, weil der empfundene Druck nicht nachlässt, bleibt Dein Körper in einem dauerhaften Alarmzustand. Und dieser Zustand kann für Deinen Körper zur Gewohnheit werden.
Der hawaiianische Heiler und Autor Serge Kahili King hat in jahrzehntelanger klinischer Arbeit beobachtet, dass chronische Anspannung die Zirkulation hemmt – Sauerstoff und Nährstoffe kommen nicht mehr vollständig dort an, wo sie gebraucht werden. Schmerz, Erschöpfung und viele Erkrankungen sind in diesem Verständnis keine Ursache, sondern eine Folge. Wenn die Spannung nachlässt, lässt auch der Schmerz nach.
Aber warum lässt die Anspannung nicht nach?
Wo Anspannung ist, ist Stress. Wo Stress ist, ist Angst.
Und wo Angst ist, fehlt Vertrauen. Das ist ein Satz, den ich immer wieder in der Arbeit mit meinen KlientInnen ausspreche – weil er auf vielen Ebenen gleichzeitig etwas verdeutlicht.
Angst entsteht dort, wo Du Dich nicht sicher fühlst. Wo ein inneres Signal sagt: Wenn ich nicht aufpasse, läuft etwas aus dem Ruder. Wenn ich nicht alles im Griff habe, bricht etwas zusammen. Solange ich kämpfe, kann ich verhindern, dass etwas Schreckliches geschieht. Dein Verstand meint, dass der einzige Ausweg ist, das was um Dich herum geschieht, zu kontrollieren.
Gerade in Krisenzeiten – wenn ohnehin schon alles in unserem Leben auf den Kopf gestellt ist, wenn wir einen Verlust erlitten haben, wenn sich Dein Leben ohne Deine Zustimmung verändert – greift dieser Kontrollreflex besonders stark. Du hältst das festzuhalten, was sich aber schon verändert hat. Du versuchst zu steuern, was sich nicht steuern lässt. Und Dein Körper zeigt Dir dieses Festhalten als Anspannung in Deiner Muskulatur.
Vertrauen ist die Lösung.
Das Gegenteil von Kontrolle ist nicht Chaos. Es ist Vertrauen.
Aber Vertrauen in was? In wen?
Diese Frage kann ich nicht für Dich beantworten. Aber ich weiß, dass es sich lohnt, sie wirklich zu stellen, wenn Du Deiner Anspannung auf der Ebene begegnen möchtest, auf der sie entsteht. Nicht als Gedankenspiel, sondern als ernsthafte Auseinandersetzung mit Dir selbst.
Worauf kannst Du Dich verlassen? Was trägt Dich im Leben – jeden Tag, auch wenn Du es nicht siehst?
Vielleicht findest Du Deine Antwort im Glauben an eine höhere Macht. Oder in Deiner Lebensgeschichte – weil Du schwere Zeiten überstanden hast und gespürt hast, dass Dich etwas durch diese Zeit getragen hat. Vielleicht findest Du das, was Dich trägt in diesem Augenblick – in dem, was jetzt, in dieser Sekunde, wirklich da ist in Dir.
Loslassen ist keine Schwäche.
Mir ist ganz besonders wichtig zu betonen, dass Loslassen kein Aufgeben ist. Keine Gleichgültigkeit. Und auch nicht der Verlust von Handlungsfähigkeit. Loslassen bedeutet auch nicht Einverstanden-Sein oder Zustimmung mit den schwierigen Lebensumständen oder dem Schmerz oder dem Schrecklichen, das Dir widerfahren ist.
Loslassen bedeutet einfach nur, dass Du aufhörst, gegen das Leben anzukämpfen. Dich gegen das zu wehren, was bereits ist. Es bedeutet, dass Du Deine Energie, die das kämpfen uns festhalten kostet freigibst – für das, was jetzt wirklich wichtig und hilfreich ist.
Dieses Loslassen erfordert eine besondere Art von Stärke: Die Bereitschaft, dem Leben zu vertrauen – auch wenn Du nicht weißt, wohin es Dich führen wird. In dem Wissen, dass es das Leben gut mit Dir meint.
Fragen zum Innehalten und Nachspüren.
Diese Fragen laden Dich ein, nach innen zu lauschen. Was bewegt sich in Dir, wenn Du sie liest?
- Wo in Deinem Leben versuchst Du gerade etwas zu kontrollieren, das sich nicht kontrollieren lässt?
- Was wäre das Schlimmste, das passieren würde, wenn Du in diesem Bereich loslässt?
- Welche Erfahrung in Deinem Leben zeigt Dir, dass Du getragen bist – auch wenn Du nicht alles in der Hand hast?
- Wo könnte in Dir Angst sein, die Du noch nicht als Angst erkennst – sondern als Anspannung, als Erschöpfung, als chronisches Funktionieren?
- Was müsstest Du heute loslassen, damit Dein Körper morgen früh ein bisschen freier aufwacht?
Dein nächster Schritt.
Wenn diese Fragen etwas in Dir berühren, lade ich Dich ein, genauer hinzuschauen.
Gehe Deiner Angst auf den Grund und finde das, worauf Du vertrauen und bauen kannst in Deinem Leben. Übe Dich in tiefen Vertrauen ohne jeden Zweifel. Und Du wirst spüren, wie Dich die Anspannung Stück für Stück verlässt.
Tief gehende Körperarbeit – wie beispielsweise Cranioscacrale Körperarbeit und KAHI LOA – haben sich als besonders hilfreich erwiesen das Vertrauen in Dich selbst und das Leben zu stärken.
Wenn Du Dir auf diesem Weg Begleitung wünscht, dann melde Dich gerne bei mir.